Ein Herzmedikament, das anders wirkte

Sildenafil entstand in den 1990er-Jahren in einem britischen Labor von Pfizer — als Mittel gegen Angina pectoris, also Brustschmerzen durch verengte Herzkranzgefäße. In den Studien half es dagegen wenig, führte aber auffällig oft zu Erektionen. Aus der Nebenwirkung wurde das Hauptziel: Der Wirkstoff entspannt die Gefäße dort, wo für eine Erektion mehr Blut gebraucht wird.

Ausführlich: wie Viagra entdeckt wurde und Geschichte und ursprünglicher Zweck.

1998: die Zulassung

Im März 1998 ließ die US-Behörde FDA Viagra als erste Tablette gegen Erektionsstörungen zu, im September 1998 folgte die Zulassung in der Europäischen Union. Die blaue Raute wurde innerhalb weniger Monate weltweit bekannt — und machte ein Thema besprechbar, über das vorher kaum jemand sprach.

Patentablauf und Generika

In Europa endete der Patentschutz 2013, in den USA im Dezember 2017. Seitdem bieten viele Hersteller Sildenafil als Generikum an — mit demselben Wirkstoff und derselben Stärke, aber deutlich günstiger. Stärken und Preise stehen auf der Seite Sildenafil-Generika.

Wie das in anderen Märkten lief, zeigt generisches Viagra in den USA.

Was danach kam

2002 folgte Tadalafil (Cialis) mit seiner langen Wirkdauer, 2003 Vardenafil (Levitra) und 2013 Avanafil (Spedra). Sildenafil selbst wurde außerdem in niedrigerer Dosis gegen Lungenhochdruck zugelassen. Welcher Wirkstoff heute zu welchem Fall passt, zeigt der Potenzmittel-Vergleich.

Quellen