Welches Potenzmittel hat die wenigsten Nebenwirkungen?

Es gibt kein Mittel, das für alle am verträglichsten ist — die vier Wirkstoffe unterscheiden sich im Muster der Nebenwirkungen, nicht grundsätzlich in der Sicherheit. Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil gelten bei richtiger Anwendung als gut untersucht und sicher. Welches Mittel gegen erektile Dysfunktion am besten passt, hängt davon ab, welche Beschwerden Sie bekommen, wie spontan Sie sein möchten und welche anderen Medikamente Sie nehmen. Oft hilft schon eine niedrigere Dosis oder ein Wechsel des Wirkstoffs.

Welche Nebenwirkungen sind typisch?

Alle ED-Medikamente dieser Gruppe erweitern Blutgefäße — daher kommen die häufigsten Beschwerden: Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und eine verstopfte Nase. Manche Männer leiden nach der Einnahme unter Magenverstimmungen oder Verdauungsproblemen wie Sodbrennen. Meist sind diese Wirkungen leicht und klingen nach einigen Stunden ab; bei vielen werden sie mit der Zeit schwächer.

Wie unterscheiden sich die Wirkstoffe?

Sildenafil kann vorübergehend das Farbsehen verändern — manche sehen einen Blaustich —, weil es in höherer Dosis auch ein Enzym in der Netzhaut hemmt. Tadalafil (Cialis) verursacht dieses Problem kaum, dafür häufiger Rücken- und Muskelschmerzen; es wirkt bis zu 36 Stunden und eignet sich auch als niedrig dosierte Tagestablette. Vardenafil ähnelt im Profil dem Sildenafil. Avanafil wirkt besonders gezielt auf das Enzym im Penis und schnell, ist aber das neueste und am wenigsten verbreitete Mittel.

Warum entstehen die Nebenwirkungen?

Die Wirkstoffe bremsen das Enzym PDE5, das den gefäßerweiternden Botenstoff cGMP abbaut. Das verbessert bei sexueller Erregung den Blutfluss in die Schwellkörper — aber PDE5 kommt auch in anderen Geweben vor, etwa in den Gefäßen des Kopfes und der Nasenschleimhaut. Dort entstehen dieselben Effekte als Nebenwirkung.

Wie lassen sich Nebenwirkungen verringern?

Die niedrigste wirksame Dosis wählen, fettreiche Mahlzeiten und viel Alkohol vor der Einnahme meiden und bei anhaltenden Beschwerden den Wirkstoff wechseln: Wer auf Sildenafil mit Sehstörungen reagiert, verträgt Tadalafil oft besser, und umgekehrt. Mit Blick auf weniger Nebenwirkungen lohnt auch die Frage nach der Tagestablette — niedrig dosiert, gleichmäßiger Spiegel.

Wann ist Vorsicht geboten?

Nitrate und andere Stickstoffmonoxid-Spender sind tabu: Zusammen mit einem PDE-5-Hemmer drohen gefährliche Blutdruckveränderungen. Bei Alphablockern gegen Bluthochdruck oder Prostatabeschwerden ist ein vorsichtiger Beginn mit niedriger Dosis nötig. Plötzlicher Sehverlust, plötzliche Hörminderung, Brustschmerzen oder eine Erektion, die länger als vier Stunden anhält, sind Notfälle.

Wie findet man das passende Mittel?

Im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt: Dort geht es um Herz und Kreislauf, um Ihre anderen Medikamente und um Ihren Alltag — Einnahme nach Bedarf oder täglich, schneller Wirkeintritt oder lange Wirkdauer. Generika enthalten denselben Wirkstoff wie die Markenpräparate und sind deutlich günstiger; bei der Verträglichkeit unterscheiden sie sich nicht.