Diabetes und Erektionsstörungen
Männer mit Diabetes haben deutlich häufiger Erektionsstörungen als andere, und oft früher. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt mit der Zeit Nerven und kleine Blutgefäße — auch die, die für eine Erektion gebraucht werden. Gut eingestellte Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte, Bewegung und ein Rauchstopp beugen vor. Potenzmittel wie Sildenafil oder Tadalafil wirken auch bei Diabetes, oft etwas schwächer als bei Männern ohne Diabetes; wirken Tabletten nicht, gibt es weitere Wege. Die Einzelheiten: Behandlungsmöglichkeiten bei Erektionsstörungen und Diabetes. Welche Medikamente den Blutzucker selbst senken, zeigt die Übersicht Typ-2-Diabetes Medikamente.
Im Detail: Ursachen bei Diabetes und welches Medikament für Diabetiker geeignet ist.
Herz und Erektion: ein frühes Warnzeichen
Die Gefäße im Penis sind kleiner als die Herzkranzgefäße. Verengen sich die Arterien, zeigt sich das deshalb oft zuerst an der Erektion — manchmal Jahre vor Herzbeschwerden. Anhaltende Erektionsstörungen sind ein guter Grund, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette prüfen zu lassen.
Warum Erektionsstörungen und Herzkrankheiten so oft zusammen auftreten: Erektionsstörungen und Herzkrankheiten.
Potenzmittel mit Herzkrankheit, Stent oder nach einem Schlaganfall
Sex belastet das Herz etwa so wie zügiges Treppensteigen über zwei Stockwerke. Wer dafür belastbar ist, kann PDE-5-Hemmer meist nehmen — auch mit einem Stent, wenn die Kardiologin oder der Kardiologe zustimmt. Nicht geeignet sind sie zusammen mit Nitraten oder Poppers, kurz nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei instabiler Angina pectoris, schwerer Herzschwäche und sehr niedrigem Blutdruck. Welche Herzmedikamente sich nicht mit Potenzmitteln vertragen, zeigt der Ratgeber Wechselwirkungen.
Die häufigsten Einzelfälle: nach einem Stent, Cialis bei Herzerkrankung, Vorhofflimmern und nach einem Schlaganfall.
Weitere Erkrankungen
Auch Multiple Sklerose, eine Schlafapnoe, Schilddrüsenstörungen und chronische Nierenerkrankungen können die Erektion beeinträchtigen — über die Nerven, die Hormone oder die Gefäße. Oft bessert sich die Erektion, wenn die Grunderkrankung gut behandelt ist. Nierensteine selbst verursachen keine Erektionsstörungen, teilen aber Risikofaktoren mit ihnen: Können Nierensteine Erektionsstörungen verursachen?
Den Überblick über alle Ursachen gibt der Ratgeber Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung; welcher Wirkstoff zu welchem Fall passt, zeigt der Potenzmittel-Vergleich.
Weitere Erkrankungen mit eigenem Beitrag: Multiple Sklerose und Schmerzen im unteren Rücken.
Ob chronische Verstopfung mit Erektionsstörungen zusammenhängt, klärt Verstopfung und Erektionsstörungen.
Quellen
- Internisten im Netz — Erektile Dysfunktion: Ursachen: Diabetes und Gefäßerkrankungen als Ursache.
- Europäische Arzneimittel-Agentur — Viagra (EPAR) und Cialis (EPAR): Gegenanzeigen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.



