Zahlt die Krankenkasse Viagra oder Sildenafil?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nicht — private Versicherungen manchmal. Mittel zur Behandlung erektiler Dysfunktion stehen auf der Liste der Arzneimittel, die das Gesetz aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung ausnimmt (§ 34 Absatz 1 SGB V, sogenannte Lifestyle-Arzneimittel). Das gilt auch dann, wenn die Erektionsstörung Folge von Diabetes oder einer Prostataoperation ist. Sie bekommen ein Privatrezept und zahlen selbst. Bei privaten Krankenversicherungen hängt es vom Tarif ab.

Gibt es Ausnahmen bei der gesetzlichen Kasse?

Für die Behandlung der Erektionsstörung nicht. Eine Ausnahme betrifft einen anderen Einsatzzweck: Als Mittel gegen Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) ist Sildenafil unter dem Namen Revatio ein Kassenarzneimittel. Das ist dieselbe Substanz, aber eine andere Diagnose und eine andere Dosierung — ein Rezept dafür lässt sich nicht für die Erektion nutzen.

Was gilt bei privater Versicherung und Beihilfe?

Private Versicherer erstatten Potenzmittel teils, wenn die Erektionsstörung eine körperliche Ursache hat — etwa nach einer Prostataentfernung, bei Diabetes oder nach einer Rückenmarksverletzung. Viele Tarife schließen sie aber aus oder begrenzen die Menge. Fragen Sie vorab schriftlich nach und legen Sie eine ärztliche Begründung bei. Die Beihilfe für Beamte folgt weitgehend den Regeln der gesetzlichen Kasse und erstattet in der Regel nicht.

Wie lassen sich die Kosten senken?

Der größte Hebel sind Generika: Sildenafil ohne Markennamen enthält denselben Wirkstoff wie Viagra und kostet einen Bruchteil. Größere Packungen sind pro Tablette günstiger, und manche Männer kommen mit 50 mg statt 100 mg aus — das bespricht man mit der Ärztin oder dem Arzt. Einen Überblick, wie sich die Kosten für ED-Medikamente zusammensetzen, gibt der Ratgeber dieser Rubrik.

Wie ist es in Österreich, der Schweiz und den USA?

In Österreich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Potenzmittel nicht, in der Schweiz zahlt die Grundversicherung ebenfalls nicht. In den USA sind Mittel gegen Erektionsstörungen seit 2007 per Gesetz von der Arzneimittelversicherung Medicare Part D ausgeschlossen; private Pläne und manche Medicare-Advantage-Pläne erstatten teilweise.

Häufige Fragen

Zahlt die Kasse nach einer Prostata-Operation?
Die gesetzliche nicht, auch nicht zur Rehabilitation der Erektionsfähigkeit. Andere Hilfen wie eine Vakuumpumpe können dagegen als Hilfsmittel erstattungsfähig sein — fragen Sie bei Ihrer Kasse nach.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?
Ärztlich verordnete Arzneimittel können als außergewöhnliche Belastung zählen, wenn die zumutbare Belastungsgrenze überschritten wird; heben Sie Privatrezept und Quittung auf.