Hier stehen einzelne mögliche Ursachen im Check — mit einem kurzen Urteil und dem Ratgeber, der die Frage im Detail beantwortet. Den Überblick über alle Ursachen, von den Gefäßen bis zur Psyche, gibt der Ratgeber Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nie auf eigene Faust ab — wenn Sie einen Zusammenhang vermuten, sprechen Sie mit der verordnenden Praxis.
Einzelne Ursachen im Check
| Mögliche Ursache | Kurzes Urteil | Im Detail |
|---|---|---|
| Betablocker | Ein Zusammenhang ist bekannt, vor allem bei älteren Wirkstoffen; oft gibt es Alternativen | Betablocker und Erektionsstörungen |
| Gabapentin | Sexuelle Nebenwirkungen sind beschrieben | Gabapentin und Impotenz |
| Ibuprofen und andere Schmerzmittel | Bei langem Dauergebrauch in Studien häufiger mit Erektionsstörungen verbunden; gelegentliche Einnahme unbedenklich | Ibuprofen und Erektionsstörungen |
| Blutverdünner | Ein direkter Zusammenhang ist nicht belegt; oft steckt die Gefäßerkrankung dahinter | Blutverdünner und Erektionsstörungen |
| Eisenmangel und Blutarmut | Möglich, meist zusammen mit Müdigkeit und weniger Lust; die Ursache des Mangels gehört abgeklärt | Eisenmangel und Erektionsstörungen |
| Eingeklemmter Nerv (Ischias) | Möglich, wenn Nervenwurzeln im unteren Rücken betroffen sind; dann meist mit weiteren Beschwerden | Ischiasnerv und Erektionsstörungen |
| Prostataentzündung | Häufig mit Erektions- und Ejakulationsbeschwerden verbunden; behandelbar | Prostatitis und Erektionsstörungen |
| Blutdrucksenker, vor allem Amlodipin | Ein Zusammenhang ist beschrieben; meist lässt sich auf einen anderen Wirkstoff ausweichen | Amlodipin und Erektionsstörungen |
| Blutdruckmittel allgemein | Je nach Gruppe unterschiedlich — Entwässerungsmittel und ältere Betablocker häufiger als Sartane | Blutdruckmittel als Ursache |
| Losartan | Gilt als vergleichsweise günstig; Einzelfälle sind berichtet | Losartan und Erektionsstörungen |
| Telmisartan | Kein belegter Zusammenhang; in Studien eher neutral bis günstig | Telmisartan und Erektionsstörungen |
| Metoprolol | Als Betablocker mit sexuellen Nebenwirkungen verbunden; neuere Wirkstoffe sind oft verträglicher | Metoprolol und Erektionsstörungen |
| Hydrochlorothiazid | Entwässerungsmittel gehören zu den häufiger genannten Auslösern | Hydrochlorothiazid und Erektionsstörungen |
| Tamsulosin | Beeinträchtigt eher den Samenerguss als die Erektion | Tamsulosin und Erektionsstörungen |
| Lorazepam und andere Benzodiazepine | Libidoverlust und Erektionsprobleme sind beschrieben; betroffen ist eine Minderheit | Lorazepam und Erektionsstörungen |
| Antihistaminika | Nur die sedierenden der ersten Generation und der H2-Blocker Cimetidin; moderne Allergiemittel nicht | Antihistaminika und Erektionsstörungen |
| Bupropion | Eine Ausnahme: gilt als sexuell günstigeres Antidepressivum und wird teils gezielt deshalb gewählt | Bupropion und Erektionsstörungen |
| Sertralin und andere SSRI | Häufig; meist reversibel nach Umstellung, selten länger anhaltend | Sertralin und dauerhafte Erektionsstörungen |
| Hoher Cholesterinspiegel | Ja — über die Gefäße, und oft Jahre vor dem ersten Herzereignis | Cholesterin und Erektionsstörungen |
| Schlechte Durchblutung der Beine | Dasselbe Gefäßproblem betrifft meist auch den Penis; ein ernstzunehmendes Warnzeichen | Durchblutung und Erektionsstörungen |
| Hämorrhoiden | Kein direkter Zusammenhang; Schmerz und Scham können die Sexualität dennoch belasten | Hämorrhoiden und Erektionsstörungen |
| Hydrozele (Wasserbruch) | Beeinträchtigt die Erektion nicht direkt; Druckgefühl und Größe können stören | Hydrozele und Erektionsstörungen |
Medikamente als Ursache: worauf es ankommt
Viele Medikamente können die Erektion beeinträchtigen — neben Betablockern auch Entwässerungsmittel, Antidepressiva, Mittel gegen Nervenschmerzen, Prostata- und Haarausfallmittel wie Finasterid. Fast immer gibt es eine Alternative oder eine andere Dosis. Hilfreich für das Gespräch in der Praxis: seit wann die Beschwerden bestehen und ob sie kurz nach einem neuen Medikament begonnen haben.
Den Gesamtüberblick über körperliche und seelische Auslöser gibt Ursachen von Impotenz bei Männern.
Auch Stimulanzien gehören dazu: Adderall und Erektionsstörungen.
Wann zum Arzt?
Bei jeder anhaltenden Erektionsstörung. Sie kann ein frühes Zeichen für Herz- und Gefäßerkrankungen oder Diabetes sein; eine Blutuntersuchung klärt außerdem Eisenmangel, Blutzucker, Blutfette und Testosteron. Welche Behandlungen es gibt, zeigt der Potenzmittel-Vergleich.
Ein eigenes Thema sind Blutungen im Zusammenhang mit dem Geschlechtsverkehr — sie gehören immer abgeklärt und haben mit der Erektion meist nichts zu tun: Ursachen und Dauer von Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr.



